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Kornhaus bleibt Kornhaus  

Die Geschichte des Kornhauses beginnt bereits Anfang des 18. Jahrhunderts. Unter der Regentschaft des Fürsten Leopold I. von Anhalt-Dessau, dem "Alten Dessauer", entstand um 1730 in der Ziebigker Markung an der Elbe ein Großhandelsunternehmen für Getreide: das fürstliche "Kornhaus", ein Kornspeicher - erbaut mit dem Ziel, Getreidehandel und Konsum zweckmäßig zu steuern sowie Wucher und Spekulationen bei Missernten zu unterbinden.

Im Zuge der Neuordnung der wirtschaftlichen Strukturen nach der Reichsgründung 1870/71 kam auch der anhaltische Kornhandel zum Erliegen.

Der fünfgeschossige Kornspeicher wurde abgetragen und das noch gut erhaltene Baumaterial versteigert. Erhalten blieb das einstige Verwalterhaus, welches schon ab 1820 als herzogliche Forststelle und Poststation und ab 1843 mit einem Ausschank und angegliederter Restauration genutzt wurde. Schnell entwickelte sich daraus ein beliebtes Ausflugslokal an der Elbe in reizvollster Auenlandschaft. Der ständig steigende Besucheransturm bewog Dessauer Geschäftsleute, darunter auch eine Brauerei, ab 1875 unmittelbar am Elbwall einen Gaststättenkomplex im Schweizer Landhausstil zu errichten. Der Name "Kornhaus" blieb und es kehrten hier nicht nur Ausflügler ein, sondern es wurde zum traditionellen Treffpunkt für die Mitglieder zahlreicher Vereine, darunter auch des literarischen Vereins und des Künstlerbundes Dessau.

Ab 1919 befand sich in unmittelbarer Nähe des Kornhauses am Leopoldhafen der Junkers-Wasserflughafen. Es war eine besondere Attraktion für die Gäste des Kornhauses, Wasser-Flugzeuge auf der Elbe starten und landen zu sehen.
Um den stetig steigenden Anforderungen an Erholung und Gastronomie am Kornhaus gerecht zu werden, hatte die Stadt Dessau bereits 1926 beschlossen, einen Neubau zu errichten. Es wurde ein Architekturwettbewerb ausgelobt, an dem sich 21 international bekannte Architekten mit ihren Entwürfen beteiligten. Die Entscheidung fiel 1929 für den Entwurf eines Baues, der den Zeitgeist der Moderne des 20. Jahrhunderts verkörperte. Das vom Bauhausarchitekten Carl Fieger entworfene "Kornhaus an der Elbe" wurde realisiert. Seine einzigartige Lage mit imposanter Fernsicht über die Elbniederung hatte der Architekt genial genutzt und das Gebäude wie ein Schiffsdeck unmittelbar am Hochwasserwall angeordnet. Am 6. Juni 1930 erfolgte die Einweihung dieses modernen Kornhaus-Gaststättenkomplexes; die Erfolgsgeschichte des Kornhauses ging damit weiter.

Während der Kriegszeit diente das Kornhaus von 1940 bis 1945 als Lazarett. Glücklicherweise hat das Kornhaus den Krieg unbeschadet überstanden.
Schnell wurde es wieder zum beliebten Ausflugsziel. Anfang der 50er Jahre bewirtschaftete die HO (Staatliche Handelsorganisation) das Kornhaus. 1959 fanden dann umfangreiche Sanierungsarbeiten statt. Bei diesen Arbeiten brachte sich u.a. der ehemalige Bauhausschüler und Dessauer Kunstmaler Carl Marx ein. Zu diesem Zeitpunkt war das Gebäude allerdings noch nicht denkmalgeschützt. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Dessauer Bauhausgebäudes im Jahr 1976 erfolgte auch eine Rekonstruktion des Kornhauses, bei der insbesondere die Farbdynamik zwischen Wänden, Fußböden und Vorhängen Beachtung fand. Zwanzig Jahre später konnte eine weitere Sanierung, nun unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten, durchgeführt werden. Im Ergebnis dessen wurde der Gaststätten-, Saal- und Terrassenbetrieb erfolgreich fortgeführt; im September 2011 wurde jedoch das Kornhaus geschlossen.

Die Bemühungen der Stadt Dessau um einen neuen Pächter hatten im April 2012 Erfolg - der Vertrag zwischen der Stadt und der Kornhaus Betreiber GmbH wurde besiegelt. Danach begannen umfangreiche Erneuerungsarbeiten mit dem Ziel, möglichst den Originalzustand des Kornhausgebäudes von 1930 zu erreichen. Angefangen von den Fußböden, über Lampen, Vorhänge, der Farbgestaltung, Bestuhlung, Umbau des Tresens nach dem ursprünglichen Entwurf von Carl Fieger, um nur einiges zu nennen, mussten einzelne bauliche und gestalterische Details teilweise geradezu "neu" entdeckt und originalgetreu wiederhergestellt werden.
Am 3. Oktober 2012 wurde das Dessauer Kornhaus neu eröffnet - ein Ort mit alter Tradition und neuer Ausstrahlung.

Für den kleinen Exkurs in die Geschichte des Kornhauses danken wir dem Anhalt-Historiker und Buchautor Helmut Erfurth. Wir erhielten die Erlaubnis, Inhalte bzw. Originaltexte aus seinen umfangreichen Schriften zu übernehmen.




Wasserflughafen (um 1930)
Öffnungszeiten: täglich ab 12.00 Uhr für Sie geöffnet (Küchenschluss: 20:30 Uhr)
Kornhaus Betreiber GmbH  •  Kornhausstraße 146  •  06846 Dessau-Roßlau  •  Tel.: 03 40 / 65 01 99 63  •  Mail: info@kornhaus-dessau.de